Neues Verwaltungszentrum Freiburg

An der Fehrenbachallee in Freiburg entsteht ein neues Verwaltungszentrum. Die über 16 Standorte verteilten Ämter und Dienststellen sollen künftig an einem Ort konzentriert werden. 
Nach einem Architektenwettbewerb im Jahr 2013 wurde das Büro Ingenhoven architects mit der Planung beauftragt. Die drei ovalen Baukörper, die in einem Park angeordnet sind, hatten die Jury überzeugt. Alle drei sind als sogenannte „green building“ konzipiert und erhalten eine Holz- und Glasfassade.
Den ersten Bauabschnitt des Gesamtkomplexes bildet das neue technische Rathaus am Stühlinger. 47 Jahre lang hatte man den Flachbau des Technischen Rathauses genutzt, nun wurde er Ende Juni 2014 abgerissen, um Platz für den Neubau zu machen. Wie viele ursprünglich als Provisorium geplante Bauten, war auch er jahrzehntelang stehen geblieben. Nach Fertigstellung des Neuen Verwaltungszentrums werden rund 830 Menschen in dem sechsgeschossigen Gebäude arbeiten.  Es enthält neben den Büros in den Obergeschossen ein Bürgerservicezentrum mit rund 70 Servicestellen, das Konferenzzentrum und das Mitarbeiterrestaurant im Erdgeschoss.

Innovatives Energiekonzept

Drees & Sommer übernimmt gemeinsam mit g² die TGA Planung und Fachbauüberwachung, mit dem Ziel, ein Plus-Energiehaus zu schaffen. Mit einem Plus-Energiehaus wird mehr Energie gewonnen, als von außen bezogen wird. Dies stellt besondere Anforderungen an die Objektüberwachung im Bereich TGA. Projekte in dieser Größenordnung gibt es europaweit derzeit nur sehr wenige. Nicht nur dies macht es auch für die Wissenschaft interessant, weshalb das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme ISE das Projekt wissenschaftlich begleitet. Auch der Bund unterstützt dies unter dem Stichwort „Energieoptimiertes Bauen“.

Baubürgermeister Martin Haag sprach schon von Anfang an von einem innovativen Charakter. Zusätzlich zur hochgedämmten Außenhülle werden auf einer Fläche von 9.000 m² auf Dach und Fassade Solarmodule integriert. Ziel ist, über die Produktion des Stroms für den eigenen Verbrauch und über eingesparte Energie die Investition zu refinanzieren.

Grundpfeiler der Energieversorgung ist die oberflächennahe Geothermie, bei der Grundwasser zur Heizung und Kühlung des Gebäudes genutzt wird. Für die Anlieferung der riesigen Lüftungsgeräte, die im Keller eingebaut wurden, waren 13 LKWs notwendig.

Bürgerbeteiligung von Anfang an

Bereits im September 2011 wurden die Pläne für den Rathausneubau der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei wurde ein Aktives Engagement der Bürger, sich an der Erarbeitung der Stadtteilleitlinien zu beteiligen, eingefordert. 2013 fertiggestellt, enthält das Dokument ein Konzept für die erwünschte städtebauliche Entwicklung des Stadtteils in den kommenden 15 Jahren. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung waren in die Ausschreibung des Architektenwettbewerbes eingeflossen, wie einerseits der Wunsch nach einem Bürgertreff und andererseits der Erhalt von Grünflächen.

Auch eine Studie zur Stadtentwicklung wurde in Auftrag gegeben, um eine Verwaltungskonzentration auf Verträglichkeit und Vorteilhaftigkeit zu überprüfen. Ein Ergebnis war der Bedarf an einer weiteren Kindertagesstätte. Diese wird nun in einem benachbarten Gebäude realisiert und soll 90 Kinder aufnehmen.

Im März 2015 wurde der Grundstein für den Neubau des Verwaltungszentrums gelegt, das Richtfest fand am 17. Dezember 2015 statt. Der Einzug der Verwaltung soll Ende 2016 abgeschlossen sein.